Eine Einrichtung der:


Hörclub

Ohren auf: Was haben „Pu der Bär“ und die Fussball-WM gemeinsam?

Es sind die Themen, die Teilnehmer des Hörclubs in der Regenbogenschule über das Zuhören erleben.
Dabei wird Tonträgern gelauscht, Gehörtes in Bewegung und Spiel umgesetzt oder eine Geschichte verklanglicht. Bei gutem Wetter ist der Hörclub manchmal draußen unterwegs, um die Naturgeräusche wahrzunehmen oder den Sound von Schule und Umgebung zu entdecken.

Der Hörclub existiert seit  September 2005 und wird gemeinsam von der Regenbogenschule und Stadtbibliothek KÖB durchgeführt. Es ist ein regelmäßiges Angebot für hörbegeisterte Kinder der ersten Klasse und findet in einem 14-tägigem Rhythmus statt.

Noch relativ selten findet man diese Hörclubs in Niedersachsen – neben einigen Orten in Ostfriesland, gibt es den Hörclub bisher nur im Raum Hannover.  Im Herbst 2006 wollte die Stadtbibliothek Osnabrück einsteigen.

Hervorgegangen ist er als Außenprojekt der  „Stiftung Zuhören“, der vor vier Jahren gegründeten Organisation, die sich der Stärkung der Zuhörfähigkeit beim Einzelnen und in der Gesellschaft verschrieben hat. Insbesondere Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen, sollen positive Zuhörerfahrungen ermöglicht werden. Getragen wird die Stiftung unter anderem von öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten. Die Angliederung an Schulen oder Bibliotheken ist eine gute Verbindung und findet inzwischen auch in Empfehlungen des Kultusministeriums über die Zusammenarbeit von Schule und Bibliothek seinen Einzug.

Die Stiftung unterstützt die Einrichtungen unter anderem mit einem Startpaket mit rund 40 CDs und gibt  Praxismaterialien heraus. Sehr häufig gibt es zu den Hörspielen eine Buchvorlage, wie das Musikmärchen „Tranquilla Trampeltreu“ von Michael Ende. Es ist dann eine prima Ergänzung, wenn die Stadtbibliothek das Buch mitbringt, um nach dem gemeinsamen Anhören die Geschichte nachzuarbeiten.
 
In den als  Einstiegsritual geübten „Erzählrunden“ findet das „Aufeinander hören“ eine besondere Bedeutung. Regeln im Gruppengespräch müssen manchmal wiederholt werden, denn wenn alle auf einmal reden, versteht keiner was.  Eine nicht ganz einfache Sache nach einem Vormittag voller Unterricht. Es geht um Konzentrations- und Aufmerksamkeitstraining. Gelegentlich wird die Stunde in den Snoezelen-Raum verlegt. Dort kann in besonders reizarmer Atmosphäre manchmal besser zugehört werden. Sooft  wie möglich sollen auf sinnliche Art verschiedene Hör-Praktiken erlebt werden.

Die bisher mit dem Hörclub gemachten Erfahrungen sind durchweg positiv: Regenbogenschule und Bücherei ergänzen einander. Selbst anspruchsvolle Lesekonzerte sind kein Problem. Denn, obwohl sicherlich die wenigsten der Teilnehmer regelmäßig klassische Musik hören, lauschen sie bei großem Orchesterklang wie gebannt. Zuweilen überraschen sie mit spontanen Reaktionen: klatschen, tanzen, singen oder Schatten-Musizieren.

Bei einem kürzlich in Georgsmarienhütte stattgefundenen Hörclub-Tag stellte die Hörclub-Expertin Susanne Brandt weitere Einsatzmöglichkeiten vor: Geräuscherätsel, Experimente mit Alltagsklängen, rhythmische Spiele und  "Lauschexpeditionen".

Interessenten finden weitere Infos unter www.stiftungzuhoeren.de oder können sich direkt an die Bibliothek wenden 05401 / 41427.